Alkoholsucht

Über eine Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig. Genaue Zahlen gibt es nicht. Statistiken schwanken zwischen 1,5 und 2 Millionen Süchtigen und mindestens genauso vielen Suchtgefährdeten. Die Alkhoholsucht ist mit die am meisten verbreitete Sucht in Deutschland. Schätzungen zufolge sterben jährlich etwa 70.000 Deutsche an den Folgen von Alkoholmissbrauch.

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Wer ist alkoholkrank?

Die ICD-10, ein anerkanntes System der WHO, definiert sechs Kriterien oder auch Symptome, von denen mindestens drei über einen Monat lang oder wiederholt über ein Jahr gleichzeitig vorhanden sein müssen, um eine Anhängigkeit zu diagnostizieren:

  • Starkes oder zwanghaftes Verlangen nach Alkohol
  • Eingeschränkte Kontrollfähigkeit was Menge, Beginn und Ende des Konsums betrifft
  • Entzugserscheinungen bei Konsumreduktion oder -stopp
  • Toleranzentwicklung, wodurch zunehmen größere Mengen konsumiert werden
  • Einengung des Denkvermögens auf Alkohol
  • Anhaltender Konsum trotz gesundheitlicher und sozialer Folgeschäden, über die sich der Betroffene bewusst ist oder bewusst sein könnte

Arten von Alkoholsucht

Der US-amerikanische Physiologe Elvin Morton Jellinek (1890 – 1963) hat 1960 eine Alkoholikertypologie vorgestellt, welche bis heute noch verwendet werden kann. Grundsätzlich wird zwischen fünf Typen unterschieden, wobei die Grenzen fließend sind:

Alpha-Trinker

Alpha-Trinker sind Problemtrinker. Sie trinken, um psychische Belastungen leichter zu ertragen. Die Abhängigkeit ist somit rein psychisch. Konflikttrinker können ihren Konsum noch kontrollieren. Sie gelten noch nicht unbedingt als krank, sind aber auf jedenfall gefährdet. Ein Übergang zum Gamma-Alkoholiker ist nicht selten.

Beta-Trinker

Beta-Trinker sind Gelegenheitstrinker. Ihr Konsumverhalten wird oft durch die Gesellschaft und ihr Umfeld bestimmt, weshalb das Trinken zur gewohnheit werden kann. Gesundheitliche Folgeschäden sind überdies nicht selten. Es liegt jedoch weder eine psychische noch eine körperliche Abhängigkeit vor. Gelegenheitstrinker sind aber genauso wie Alpha-Trinker gefährdet. Häufig gibt es einen Übergang zum Delta-Alkoholiker.

Gamma-Alkoholiker

Gamma-Alkoholiker sind suchtkrank. Sie können ihren Konsum nicht mehr kontrollieren. Das Trinkverhalten ist unregelmäßig, zwischendurch kann es zu einer längeren Abstinenz kommen. Gamma-Alkoholiker entwickeln schnell eine erhöhte Toleranz gegenüber Alkohol. Die psychische Sucht ist meist stärker ausgeprägt als die physische Sucht.

Delta-Alkoholiker

Delta-Alkoholiker sind Spiegeltrinker. Sie brauchen einen gewissen Pegel, um sich wohl zu fühlen. Kommt es zu einer Abstinenz, treten schnell Entzugserscheinungen auf. Spiegeltrinker haben in der Regel eine erhöhte Toleranz gegenüber Alkhohol. Schwere gesundheitliche Folgen sind kaum vermeidbar. Die körperliche Abhängigkeit ist stärker ausgeprägt als die seelische.

Epsilon-Alkoholiker

Epsilon-Alkoholiker sind Quartalstrinker. Auf lange Abstinenzphasen folgen kurze Phasen exzessiven Konsums. Ein Kontrollverlust ist während dieser Phasen vorhanden. Es handelt sich um eine vorrangig psychische Abhängigkeit.

Was tun bei Alkoholsucht?

Der erste Schritt ist der schwerste, aber auch der wichtigste! Viele Menschen tun sich schwer damit, ihr Alkoholproblem einzugestehen, obwohl es dafür keinen Grund gibt. Ohne diesen ersten Schritt ist eine Hilfe aber so gut wie nicht möglich. Eine Abhängigkeit ist keine Schande, schlimm ist es nur, nichts dagegen zu unternehmen. Wer diesen Schritt jedoch geschafft hat, hat den schwersten Teil schon hinter sich. Nun gilt es aber auch, etwas gegen seine Alkoholkrankheit zu unternehmen. Dies kann auf eigene Faust geschehen oder mit externer Hilfe – zum Beispiel in Selbsthilfegruppen oder der lokalen Suchtberatung. Auch der Arzt des Vertrauens kann helfen. Das Internet ist ebenfalls voll mit Tipps und hilft bei der Suche nach lokalen Angeboten!